Videos 2024
/// Vier Tage Festival, über 50 Künstler:innen auf der Bühne – und rund 1200 Menschen besuchten das woerdz 2024. Über vier Tage zeigte das Festival im Südpol Luzern einen breiten Ausschnitt aus dem aktuellen Schaffen der Spoken-Word-Szene.
Es ist schwierig, sich auf ein einziges Highlight vom woerdz 2024 zu beschränken, das vom 23. bis 26. Oktober 2024 im Südpol über die Bühne ging: Luzern präsentierte sich abermals als Anziehungspunkt für die Spoken-Word-Szene – vom lokalen Nachwuchs bis hin zu internationalen Stargästen.
Die über 50 aufgetretenen Künstler:innen zeigten den rund 1200 Besucher:innen eine Vielfalt an Stilen, Ausdrucksformen, Perspektiven und Themen. Sie setzten sich künstlerisch mit den kleinen und grossen Fragen des Lebens vor der Haustüre sowie des Weltgeschehens auseinander. Und das aufmerksame Publikum jubelte, klatschte, liess sich berühren – und diskutierte bei Gesprächen an der Bar und auf den Tanzflächen der After-Parties die gebotenen Performances.
https://vimeo.com/manage/videos/1042006091
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woerdz 2024 – Eröffnung mit U18 Slam
Ein besonderes Highlight markierte der Auftakt des Festivals: Am U18-Slam zeigte der Nachwuchs sein Talent – Jugendliche aus der Region gaben alles auf der Bühne und performten eine Bandbreite von Themen: von Elektrovelo-Ärger auf dem Schulweg bis hin zu Sorgen um die eigene Familie im Krieg.
Den Sieg trug schliesslich Elena mit einer sprachlich kunstvollen und humorvollen Betrachtung über Gott und sein Gebaren davon.
https://vimeo.com/manage/videos/1023544643
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woerdz 2024 Tag 1 – Babel Slam «If you can’t understand the poem, feel it.»
Dass die Schweiz in sich literarisch international ist, bewies der «Babel Slam» am Tag 1 des woerdz 2024. Slam-Poet*innen kreuzten die poetischen Klingen in zehn verschiedenen Sprachen:
Akash Gupta – Hindi
Elina Kulikova – Französisch, Russisch, Englisch
Fine Degen – Deutsch
Gianna Duschletta – Rumantsch
Jovana Nikic – Serbisch
La Nefera – Spanisch
Rhoda Davids Abel – Afrikaans
Samuel Richner – CH-Deutsch
Als Siegerin ging Elina Kulikova hervor.
https://vimeo.com/manage/videos/1024767104
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Der Siegertext des Babel Slam
Beim mehrsprachigen Babel Slam zog woerdz Artist-in-Residence und Babel-Slam-Gewinnerin Elina Kulikova das Publikum mit ihrem Gedicht und ihrer Performance in russischer Sprache in ihren Bann – und das, obwohl sie Bedenken hatte, in dieser Sprache auf der Bühne aufzutreten.
Es ist ein Gedicht über das Vergessen und Erinnern. Ein Gedicht über eine Muttersprache, die zur Kriegswaffe gemacht wurde wurde – und über den Schmerz, der damit einhergeht. Ein Gedicht über die Kämpfe des Schreibens im Exil. Und es zeigt einmal mehr, dass manchmal die Poesie eine Kraft ist, mit der zu rechnen ist – wenn andere Worte versagen.
https://vimeo.com/manage/videos/1041986841
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woerdz 2024 – Tag 2
Local Hero Béla Rothenbühler nahm mit Auszügen aus seinem Roman «Polifon Pervers» den Kulturbetrieb und sich selbst auf die Schippe – und das in waschechtem Luzerner Deutsch. Ein Reigen aus Hochstapelei, Satire und Ironie.
Die Thunerin Milena Patagônia verzauberte mit Diaspora-Mundart-Poesie, samtiger Stimme und wummernden Bässen. Ins warme lila Licht getaucht, zeigte sie: Sinnlichkeit ist der Sound der Agglo – und die Juwelen der Schönheit liegen an der Klippe zum Risiko.
Autor Jens Nielsen benutzte Humor als die schärfste Waffe zur Systemkritik – und unerschrockenes Denken als Tor zum Surrealen. Nur mit dem Grotesken lässt sich manchmal der Welt beikommen – und er spielte die Klaviatur der Situationskomik so präzise, dass die Urängste des Alltags an die Oberfläche blubberten.
Zum Abschluss geleitete die Genfer Schauspielern Rébecca Balestra mit frankophonem Charme als melancholische Chanson-Queen aus der Romandie in den Abend hinein. Dabei balanciert sie zwischen Todernst und verspieltem Trash, zwischen filigraner Poesie und vulgärer Schnauze.
Durch den Abend führte Moderator Beat Mazenauer vom woerdz-Team.
https://vimeo.com/manage/videos/1023566591
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woerdz 2024 – Tag 3
Es war der Tag der Living Legends:
Daniela Dill und Les Raines Prochaines feierten Premiere mit einem eigens für das woerdz entwickelten Werkauftrag. Spoken-Word-Artistin und Autorin Dill sowie die Musikerinnen Muda Mathis, Fränzi Madörin und Sus Zwick präsentieren absurden Humor, untermalt von einer wilden Bühnenshow: Es flogen verbale Fetzen in die Luft und gesellschaftliche Konventionen in den Abgrund.
Der britische Stargast und Punk-Poet John Cooper Clarke tänzelte und trippelte leichtfüssig und scharfzüngig über die Bretter im Südpol. Seine Textsalven versetzten das Publikum in die wilden 80er und wohl manche:n Zuhörer:in in die eigene Jugend.
Fatima Moumouni und Laurin Buser brillierten mit einer verkürzten, aber nicht minder politischen Version ihres Bühnenstücks «COLD». Sie thematisierten – mal perfekt synchron, mal mit Reibung – auf bedrückende und gleichwohl einnehmende Art das Elend der Welt. Und wie man daran weder verglüht noch unterkühlt. Für das einzigartige Licht-Design während der Show des Duos sorgte Lukas Marian.
Der Autor und Erzähler Michael Fehr aus Bern wagte sich mit einem unfertigen Stück auf die Bühne und liess sich mit dem Publikum auf die Äste des Wagnisses heraus: voller melancholischer Lines, whiskeygetränkter Lullelei und bluesigen Gitarrenriffs.
Durch den Abend führte Pablo Haller.
https://vimeo.com/manage/videos/1025399490
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woerdz 2024 – Tag 4
Der legendäre Wortkünstler Timo Brunke aus Deutschland eröffnete den Abend mit Schalk, Experimentierfreude und gereimten Absurditäten aus der Spielkiste der Beobachtung. Sein aktueller Gedichtband trägt den Titel «Mitteleuropapperlapapp» – und treffender könnte man den Wortwitz seiner Werkschau nicht beschreiben.
Der zweite Werkauftrag des woerdz 2024 kam von Jurczok 1001 (Zürich) und Ursula Rucker (Philadelphia). Welche Wörter benutzen wir, welche lassen wir aus? Was ist die Aufgabe von Künstler:innen in einer Zeit wie unserer? Die Poet:innen sangen, sprachen und performten in harmonischer Reibung – und setzten sich kritisch mit dem Zustand der Welt sowie unserem Umgang damit auseinander.
Mit ihrer Schweiz-Premiere setzte Stargast aja monet ein krönendes Highlight auf das diesjährige Festival. Der Auftritt der Spoken-Word-Künstlerin aus Los Angeles liess niemanden unberührt. Mit ihrem jazzigen Spoken Word kreierte sie zusammen mit der grossartigen Band einen intimen Raum – wo Worte sich mit einer Eindringlichkeit entfalten konnten, die ihresgleichen sucht. Sie erinnerte das Publikum in Conscious-Tradition an die kollektive Verantwortung des Einzelnen – und daran, was wir den Kindern in Gaza, Sudan, Congo und überall auf der Welt schulden. Das Publikum liess sich mitnehmen und hinreissen – und bedankte sich mit tosendem Applaus.
Zum Abschluss der Nacht gab es eingängigen Rap-Trap-Soul: Die junge Basler Musikerin Sam Thompson-Young a.k.a. svmthoX ist definitiv eine Neuentdeckung, die man sich merken sollte. Mit ihrem Werkschau-Beitrag brachte sie den Clubraum im Untergeschoss des Südpols zum Tanzen. Müde Ohren? Nein! Müde Beine? Sicher nicht!
Durch den Abend führte André Schürmann vom woerdz-Team.